18. Aug. 2015: Erste Diskussionsrunde mit der Stadt und der Badenova

Nachdem die Baugruppen im Vorfeld der Vertragsverhandlungen Einsicht die der Wärmeversorgung zugrundeliegenden Dokumente erstritten hatten, wurde schnell klar, dass die Formel ein hoher Dämmstandard führt zu niedrigen Heizkosten in Freiburg nicht gilt (siehe: Heizkosten-und-Energiestandards). Nach einigem hin und her (siehe: Erste Briefe an den Oberbürgermeister und die Stadtverwaltung) erhielten wenige Vertreter der Baugruppen von der Stadt eine Einladung zu einem Gesprächstermin am 18.8.2015 – welcher viele Vertreter von fast allen Baugruppen folgten.

 

Gespräch in der Gerichtslaube

Beim Termin wurde dann auch von Vertretern der badenova, dem Umweltamt und dem Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen (ALW) aus verschiedenen Blickwinkeln erläutert, weshalb die Bauherren sich über den Anschlusszwang freuen dürfen. So wurde eine Vergleichsrechnung der badenova vorgestellt, nach der die Kosten in Gutleutmatten unter den Kosten im Vauban liegen werden.
Beim Vergleich fallen zwei Argumentationsfehler direkt ins Auge:

  • Der Investitionskostenzuschuss, also der Kostenzuschuss zu den Solaranlagen, der von den Bauherren zu tragen ist, wurde mit dem Hinweis weggelassen, dass die Baugruppen „doch dafür ein innovatives System“ erhielten. Bemerkenswert war in diesem Zusammenhang auch diese Aussage der badenova: „unsere Kosten sind immer Vollkosten“ – unseren Faktencheck dazu finden Sie hier.
  • Fehler 2: Zusätzlich wurden als Vergleichsbasis die Kosten pro Wohnfläche verwendet und dabei unverblümt zugegeben, dass das Vergleichsgebäude im Vauban einen etwa doppelt so hohen Heizwärmeverbrauch aufweist. Besonders innovativ fiel dabei der Vorschlag der badenova auf, dass der Preis für Energie in Zukunft in €/m2 berechnen wird. Damit wäre die Bildung eines Referenzpreises unmöglich. Um eine solche verwirrende Energiekostenberechnung zu verhindern gibt es die Preisangabenverordnung. Das Thema Fernwärme wird in einem eigenen Paragraphen behandelt, der klar stellt, dass Wärmeenergie in Kilowattstunden abgerechnet wird.

Vergleiche fern der Realität

Der AK Energie bedauert sehr, dass sich die Ämter der Stadt Freiburg die Sichtweise der badenova zu Eigen gemacht haben (siehe: Schreiben vom ALW): Vom Umweltamt wurde bei der Veranstaltung dann noch vorgestellt ,dass das Wärmeversorgungssystem – nach dem Gutachten, das dem Gemeinderatsbeschluss zugrunde liegt - eine günstige Variante darstellt. Auf die Frage des AK Energie, weshalb alle verglichenen Varianten im Gutachten über 19 cent/kWh liegen und damit teilweise beim Doppelten bis Dreifachen des Preises realer dezentraler Systeme, gab es keine Antwort.
Wenigstens dem Anliegen der Baugruppen wurde stattgegeben das Preisblatt etwas verbrauchsabhängiger zu gestalten: Somit wird Energiesparen durch angepasstes Nutzerverhalten oder freiwillige bessere Dämmung ein wenig belohnt. Der Anteil der variablen Kosten an den Gesamtkosten (also der Kosten die sich durch Energiesparen beeinflussen lassen) steigt durch die Änderungen im Preisblatt von 27% auf 33%.