Kommentar zum ersten Artikel in der BZ

Unter dem Titel Neubaugebiet Gutleutmatten: Streit ums Energiekonzept veröffentlichte am 23.10.2015 die Badische Zeitung einen Artikel.

Darin werden sowohl Herr Kimmerle in Vertretung der Baugruppen als auch Herr Preiser, Geschäftsführer der badenova Wärmeplus, interviewt. Beide treffen Aussagen über die jährlichen Wärmekosten einer 100 m2 Wohnung in Gutleutmatten

  • Achim Kimmerle gibt diese mit 1107 € an
  • Herr Preiser gibt jährliche Kosten von 660 € bzw. monatliche Kosten von 51 € an.

Im Zuge der Landtagsanfrage gab die badenova die monatlichen Kosten für eine 100 m2 Wohnung mit 97 € an, was jährlichen 1164 € entspricht. Weshalb nicht einmal diese Kosten als Vollkosten bezeichnet werden dürfen, können Sie hier nachlesen. Es stellt sich durchaus die Frage, wie die 660 € errechnet wurden: selbst wenn man Anschlusskosten und Steuern vernachlässigt liegt man noch deutlich darüber.

Von der Redaktion wurde ein Beispiel aus dem Vauban verwendet: Der Vergleich mit einer 135 qm Wohnung im Vauban ist jedoch nicht ganz gelungen: "Etwas schlechter gedämmt" bedeutet, dass der Energiestandard in Vauban etwa 75% mehr Heizenergie verbraucht als in Gutleutmatten. Vergleicht man gleich große Wohnungen kommt man auf 40% Mehrkosten in Gutleutmatten - und das auch nur wenn man außer Acht lässt, dass in Gutleutmatten deutlich mehr in die Gebäudehülle investiert werden muss.

Die "Sparkasse für die Nutzer", wie das System von der badenova gern bezeichnet wird, klingt für die Bewohner höhnisch: die Nutzer zahlen von Anfang an viel Geld in das System und zahlen laufend viel mehr (der Abnahmepreis liegt bei mindestens 16,5 cent/kWh) als in dezentralen Alternativen oder einfach bei einem anderen Anbieter - bei gleichzeitig höherer jährlicher Steigerung.

Inwieweit ein System mit hohen anfänglichen Kosten, hohen laufenden Kosten und hoher Kostensteigerung als "Sparkasse" bezeichnet werden kann erschließt sich den Bewohnern nicht.