In der Zwischenzeit wurde das Gutachten beauftragt und die Abgabefrist für den Gutachter ist Ende Februar 2016 abgelaufen. Gerne würden wir Sie an dieser Stelle über den Inhalt des Gutachtens informieren, dem von Seiten der Politik und Stadtverwaltung so viel Bedeutung für die Konfliktlösung beigemessen wird. 

Von der Verbraucherzentrale Baden Württemberg erhielten wir im Dezember den Hinweis, dass der Landtagsabgeordnete Andreas Glück (FDP) im Landtag eine Kleine Anfrage eingebracht hatte, in der genau die richtigen Fragen gestellt wurden. Die Fragen nach dem Preis der Energieversorgung und der Vergleichbarkeit der Preise in verschiedenen Baugebieten. Eine Aktivität die wir nicht angestoßen hatten und die uns positiv überraschte.

In der Folge zur Informationsveranstaltung der Baugruppen in der Münsterbauhütte wurde vom gemeinderätlichen Ausschuss für Gutleutmatten beschlossen, einen unabhängigen Gutachter mit der Untersuchung des Wärmekonzepts zu beauftragen. Der AK-Energie erhielt daraufhin vom Umweltamt der Stadt Freiburg eine Einladung, um an der Formulierung eines Pflichtenhefts und bei der Auswahl des Gutachters mitzuwirken.

Die künftige Wärmeversorgung in Gutleutmatten wurde durch ein Gutachten im Auftrag der Stadt Freiburg untersucht. Es wurden vierzehn verschiedene zentrale und dezentrale Versorgungsvarianten in Bezug auf ihre Eignung bewertet. Realisiert wird nun ein Nahwärmenetz, gespeist von einem mit Biogas betriebenen BHKW und dezentralen Solarthermieanlagen auf den Hausdächern mit großen dezentralen Pufferspeichern im Keller, die in das Nahwärmenetz eingebunden sind. Diese Variante wurde im Gutachten jedoch gar nicht untersucht. Rätselhaft bleibt, wie sich der Gemeinderat für ein System entschieden hat, welches im Gutachten nicht in  Erwägung gezogen wurde. Vielleicht erklärt dies, warum die Baugruppen der Verwaltung erst eine Klage androhen mussten, bevor sie das Gutachten einsehen konnten.

Aus den Darlegungen dieser Seite leiten die Baugruppen und Baugemeinschaften Forderungen ab und unterbreiten Lösungsvorschläge, wie die Stadt Freiburg das Energiekonzept für Gutleutmatten anpassen und nachbessern sollte.

Anfang November 2015 fand ein Informationsabend unter dem Titel Nahwärmeversorgung im Baugebiet Gutleutmatten – das Energiekonzept aus Sicht der künftigen Anschlussnehmer in der Münsterbauhütte statt. An diesem Abend, der vom fesa e.V. moderiert wurde, stellten die Baugruppen den eingeladenen Gemeinderatsmitgliedern und Vertretern der Stadt ihre Standpunkte und auch wirtschaftliche Einschätzungen zum geplanten Energiekonzept dar.

Die Stadt Freiburg hatte am 16.10.2015 zur Feier der ersten Spatenstiche im Neubaugebiet Gutleutmatten geladen und viele Vertreter der Baugruppen und Baugemeinschaften sind dieser Einladung gefolgt. Allerdings war es den zukünftigen Baufrauen und Bauherren nicht zum Feiern zumute und ihre Stimmung wurde an diesem Nachmittag durch zahlreiche Transparente und in vielen Diskussionen zum Ausdruck gebracht.

 

Da uns, nach etlichen Versuchen mit der Verwaltung ins Gespräch zu kommen, zu verstehen gegeben wurde, dass unsere Interessen in keiner Weise von den Ämtern der Stadt vertreten werden, wendeten sich 16 Baugruppen im Herbst 2015 mit einem offenen Brief hilfesuchend an den Gemeinderat der Stadt Freiburg sowie in einer leichten Abwandlung (Anschreiben an vorgesetzte Behörden.pdf) an vorgesetzte Behörden.

Nachdem die Baugruppen im Vorfeld der Vertragsverhandlungen Einsicht die der Wärmeversorgung zugrundeliegenden Dokumente erstritten hatten, wurde schnell klar, dass die Formel ein hoher Dämmstandard führt zu niedrigen Heizkosten in Freiburg nicht gilt (siehe: Heizkosten-und-Energiestandards). Nach einigem hin und her (siehe: Erste Briefe an den Oberbürgermeister und die Stadtverwaltung) erhielten wenige Vertreter der Baugruppen von der Stadt eine Einladung zu einem Gesprächstermin am 18.8.2015 – welcher viele Vertreter von fast allen Baugruppen folgten.

Welche Nebenkosten entstehen bei einem Haus in Gutleutmatten?

Schon früh stand bei den Baugruppen die Frage nach den zu erwartenden Nebenkosten für die künftigen Häuser im Raum. Der größte Brocken in einer Nebenkostenabrechnung sind in der Regel die Heizkosten. Die Baugruppen sind in der Bewerbungs- und Planungsphase davon ausgegangen, dass der hohe Energiestandard ihrer Häuser für geringe Heizkosten sorgen würde. Allerdings fanden sich nirgendwo Angaben zum Preis der Kilowattstunde. So hat es badenova geschafft, die Informationsbroschüre „EnWiSol - Solarthermische Fernwärmeversorgung im Quartier Gutleutmatten“ völlig ohne eine Angabe zu den zu erwartenden Wärmepreisen herauszugeben.